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Arbeitsgelegenheit (AGH)

Was bedeutet „AGH“?

Eine Arbeitsgelegenheit (= AGH, sog. 1,-€-Job) ist eine Eingliederungsmaßnahme für erwerbsfähige Leistungsberechtige i. S. d. § 7 SGB II (Alg II-Bezieher), in der die Teilnehmer zusätzliche, im öffentlichen Interesse liegende und wettbewerbsneutrale Arbeiten verrichten. Die Zielsetzung von AGH ist die (Wieder-) Herstellung und Aufrechterhaltung der Beschäftigungsfähigkeit von langzeitarbeitslosen Personen.

 

Im Rahmen der AGH unterstützen  Fachkräfte, sog. Anleiter, die Teilnehmer im Hinblick auf ihren jeweils individuellen, besonderen Anleitungsbedarf.

 

Ziele sind dabei u. a. das Heranführen an das Arbeitsleben (Tagesstruktur herstellen), das Stärken des Arbeits- und Sozialverhaltens, das Verändern von Perspektiven sowie der Ausgleich von individuellen Wettbewerbsnachteilen.

 

Vorteile der betreuten AGH gegenüber anderen Maßnahmen:
Kopplung von Arbeit und psychosozialer Beratung/Hilfe

Viele Teilnehmer erleben nach etlichen Jahren der Arbeitslosigkeit endlich wieder einen strukturierten Tagesablauf. Jeder, der bereits mehr als drei Monate ohne eine Arbeit (und ohne Kinder betreuen zu müssen) zu Hause war, kennt die damit verbundene Problematik der negativen Rückwirkung auf die Persönlichkeit.  

 

Die Arbeitserprobung findet in einer gemeinnützigen, wettbewerbsneutralen Einrichtung, einem Gebrauchtmöbelmarkt, mit allen üblichen betrieblichen Abläufen und Funktionen statt.  

 

Die Teilnehmer haben wieder Gelegenheit, sich in einem 2. Lebensraum zu bewegen und zu bewähren.

 

Das eigene Arbeitsverhalten, Stärken wie Schwächen, wird vom kollegialen Umfeld kommentiert und/oder bewertet. Eine Korrektur des Verhaltens ist somit auf Arbeitsebene, von gleich zu gleich, möglich.  

 

Durch tägliches Tun werden Talente neu oder wieder entdeckt, die eigene Sicherheit wächst und damit das Selbstvertrauen.  

 

Im besten Fall kommt es durch die Betreuung und Anleitung während der AGH oder kurz danach zu einer Arbeitsaufnahme.

 

Ablauf der AGH

An der AGH können nur ALG II- Empfänger, welche durch das Jobcenter Rottal-Inn schriftlich zugewiesen werden, teilnehmen.
Die Zuweisungsdauer darf innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nicht länger als insgesamt 24 Monate betragen. 

 

Die Teilnehmer erhalten am Zugangstag die Betriebsordnung, sie werden durch die Projektleitung bzw. deren Vertretung über ihre Rechte und ihre Pflichten informiert, ihre Daten werden in ein Datenblatt aufgenommen.
Je nach psychischer, physischer und intellektueller Fähigkeit werden sie den jeweiligen Bereichen zugeteilt. 
Jeder Teilnehmer erhält einen festen Ansprechpartner innerhalb des jeweiligen AGH-Bereichs (Anleiter).
Der Anleiter dient als Mittler innerhalb des AGH-Bereichs und kümmert sich in erster Linie um Vereinbarung der Arbeitszeiten, je nach Verkehrsanbindung, Wochenarbeitszeit und familiärer Notwendigkeiten,

  • Führen und Überprüfen der Arbeitsplatznachweise,
  • Zuteilung der Arbeitsaufträge.

Nach einem gewissen Zeitablauf führt die Projektleitung mit dem Teilnehmer ein Anamnesegespräch, bei welchem erörtert wird, welche Hilfen und Abklärungen erwartet werden bzw. notwendig sind.  

 

Nach ca. 3 Monaten erstellen Projektleitung und Anleiter gemeinsam eine Zwischenbeurteilung über das Arbeitsverhalten und bespricht diese mit dem Teilnehmer.
Dabei wird erörtert, welche Schwächen und Stärken erkennbar sind und welche Ziele zur Perspektivenfindung getroffen werden können.  

 

Zum Ende einer AGH wird ein Abschlussgespräch mit dem Teilnehmer geführt sowie jeweils eine Teilnahmebescheinigung und eine Teilnehmerbeurteilung erstellt.

 

Im Übrigen werden Nachweise über die ausgeführten Tätigkeiten an das Jobcenter weitergegeben.